Physische Medien vor dem Aus? Ubisoft-CEO Yves Guillemot relativiert das Ende der Discs auf der PlayStation

Das Ende physischer Medien auf der PlayStation wird die Spieleindustrie nicht erschüttern, sagt der CEO von Ubisoft nach Sonys drastischem Schritt. Lokalisierung für Deutschland: Preise und Verfügbarkeiten sind auf den brasilianischen Markt bezogen.

Physische Medien vor dem Aus? Ubisoft-CEO Yves Guillemot relativiert das Ende der Discs auf der PlayStation

Die radikale Entscheidung Sonys, die Produktion physischer Discs für die PlayStation ab Januar 2028 einzustellen, wird laut Yves Guillemot, CEO von Ubisoft, keine großen Auswirkungen auf die Videospielindustrie haben. Diese Aussage traf der Manager während der Finanzkonferenz des Unternehmens für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027. Guillemot relativierte die Befürchtungen von Analysten und Sammlern und argumentierte, dass die Umstellung Vorteile für den Hardwarepreis und die Marktexpansion mit sich bringen werde.

Die Position des CEOs war eine direkte Reaktion auf den Analysten Frédérick Duguet von der Investmentgesellschaft TD Cowen. Duguet warnte vor dem Ende des Gebrauchtspielemarktes, einem globalen Ökosystem im Wert von rund 7 Milliarden US-Dollar, das es Spielern ermöglicht, alte Titel zu verkaufen, um den Kauf neuer Veröffentlichungen zu subventionieren. Aus Sicht des Analysten schafft der Wegfall dieser Option eine finanzielle Hürde für Verbraucher und könnte die Nachfrage nach neuen Titeln dämpfen.

Guillemot konterte diese These mit der Entwicklung von Computern in den letzten Jahren. Der Manager erinnerte daran, dass die vollständige Umstellung auf digitale Stores auf dem PC die Branche nicht geschrumpft, sondern zu einem drastischen Wachstum geführt habe, nachdem Plattformen wie Steam gestärkt wurden. Darüber hinaus hob der CEO hervor, dass rein digitale Konsolen die Herstellungskosten durch den Wegfall des Disc-Laufwerks senken, was dazu beitragen werde, den Preisanstieg bei Geräten einzudämmen, der durch die Verteuerung von Komponenten wie Speichern verursacht wird.

Die Reaktion der Gaming-Community auf die Aussagen war in den sozialen Medien unmittelbar und scharf. Gamer weisen auf einen entscheidenden Fehler in Guillemots Vergleich hin: Der Computermarkt verzeichnet einen direkten Wettbewerb zwischen verschiedenen Stores wie Steam, Epic Games Store und GOG, die Kunden mit Aktionen und aggressiven Preisen umwerben. Bei Sonys Konsolen hingegen agiert der digitale Vertrieb als Monopol, der für die Preisgestaltung ausschließlich auf den PlayStation Store angewiesen ist.

Kritiker und Nutzer wiesen auch auf Interessenkonflikte in der Haltung der großen Publisher hin. Der Verkauf im digitalen Format bringt einen deutlich größeren Anteil der Einnahmen direkt zu den Spieleherstellern, wodurch Zwischenhändler, Logistikkosten, Presskosten und Gewinnmargen von physischen Geschäften entfallen.